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19.5.2012 : 11:17 : +0200

Würgetechniken (Shime-waza)

Eigentlich ist der Begriff "Würgen" irreführend, denn beim Judo gibt es keinen Attake auf die Kehle. Vielmehr wird mit Händen oder Unterarmen Druck auf die seitliche Halsschlagader(Aorta) ausgeübt, was die des Gehirns vermindert. Dadurch entsteht beim "Gewürgten" der Empfindung, zu wenig Sauerstoff zu bekommen, was meist zur Aufgabe führt. Der Gewürgte signalisiert das durch "Abklopfen" mit der flachen Hand auf die Matte oder auf den Angreifer Tori.

Würger lassen sich im Wettkampf wesentlich schlechter ansetzen als Hebel- oder Haltetechniken, da der Hals sich recht gut beschützen lässt. Eine angespannte Halsmuskulatur kann die gewünschte Wirkung ebenfalls stark einschränken.

Das Würgen über das Kinn ist verboten und wird im Wettkampf durch den Mattenrichter sofort unterbunden.

Kinder (bis U14) dürfen diese Würgetechniken nicht anwenden, da sie meist zu wenig Erfahrung haben, wie viel Kraft aufgewendet werden darf oder wann es Zeit ist, aufzugeben.

 

Juji-jime

Prinzip: Tori würgt mit Unterarmen, während die Hände gekreuzt sind.

  • Kata-juji-jime
  • Nami-juji-jime
  • Gyaku-juji-jime
  • Tomoe-jime
  • Sode-guruma

Okurieri-jime 

Prinzip: Tori befindet sich hinter Uke und würgt durch Zuziehen von Ukes Revers.

  • Okuri-eri-jime
  • Gyaku-okuri-eri-jime

Kata-ha-jime

Prinzip: Tori fixiert einen Arm und Schulter Ukes und würgt.

  • Kata-ha-jime
  • Kaeshi-jime
  • Gyaku-gaeshi-jime
  • Othen-jime

Hadaka-jime

Prinzip: Tori würgt ohne das Revers Ukes.

  • Hadaka-jime
  • Ushiro-jime
  • Sankaku-jime

Ryo-te-jime

Prinzip: Tori würgt mit dem Kragen Ukes ohne Überkreuzung der Unterarme.

  • Ryo-te-jime
  • Maki-komi-jime

Kata-te-jime

Prinzip: Tori würgt mit nur einer Hand.

  • Kata-te-jime
  • Tsuki-komi-jime
  • Ebi-jime

Ashi-jime

Prinzip: Tori würgt mit den Beinen.

  • Kata-jime
  • Ashi-jime
  • Kagato-jime
  • Kensui-jime
  • Kami-shiho-ashi-jime

Würgetechniken im Wettkampf

Shime-waza (Würgetechniken) Wie beim Hebeln ist es Ziel des Würgens, den Gegner zur Aufgabe zu zwingen. Beim Würgen können Halschlagadern und Halsvorderseite attakiert werden. Direkte Angriffe auf den Kehlkopf sind ebenso verboten wie der Einsatz des eigenen oder gegnerischen Gürtels.

Bei einem Angriff auf die seitlich des Kehlkopfes verlaufenden Halsschlagadern wird durch Ausüben von Druck die Blutzirkulation behindert. Dies führt zu einer Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff. Dadurch tritt nach 8–14 Sekunden Bewusstlosigkeit ein. Dem Angegriffenen bleibt im Wettkampf jedoch meist noch ausreichend Zeit, vorher seine Aufgabe anzuzeigen bzw. der Kampfrichter bricht den Kampf beim Erkennen der Wirkung (Erschlaffung des Körpers, besonders der Beine) mit Ippon für den Würgenden ab. Der Griff muss dann unmittelbar gelöst werden und es erfolgt eine Erstversorgung durch Hochlegen der Beine. Damit erlangt der Gewürgte nach 10–20 Sekunden das Bewusstsein wieder.

Ein Angriff auf die Halsvorderseite führt zu einer Irritation des vegetativen Nervensystems, die sich in Angst- oder Panikzuständen äußert. Die Wirkung dieser Methode tritt sofort ein, wenn der richtige Punkt getroffen wird, obwohl noch genügend Sauerstoff im Blut und in der Lunge ist, um das Gehirn eine Weile zu versorgen. Anders als beim Angriff gegen die Halsschlagader wirkt der Druck unter Anderem auch gegen den Kehlkopf, was als schmerzhaft empfunden wird.